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REGELN UND KLASSEN

Wie in jedem Motorsport gibt es auch beim Sand Drag Racing Regeln, auf die ich im Folgenden näher eingehen möchte.

 

Üblicherweise wird im Vorfeld einer Veranstaltung für jede Rennklasse eine maximal zulässige Anzahl von Startern festgelegt. Diese Regelung hat zwei Effekte. Zum einen erhöht es den Druck auf die Fahrer, sich möglichst gut zu qualifizieren um einen Startplatz zu ergattern und zum anderen leuchtet - denke ich - jedem ein, dass kein Veranstalter innerhalb eines Wochenendes beispielsweise 1000 Fahrer durchwinken kann.

 

HEADS UP:  Um den Rennablauf zu erläutern stellen wir uns jetzt einfach mal vor, wir hätten eine Rennklasse in der es wirklich darauf ankommt die schnellste Zeit zu fahren. Solche Klassen nennt man HEADS UP. Der Veranstalter hat für diese Klasse 8 Starterplätze ausgeschrieben und Er lässt insgesamt 10 Fahrer zur Qualifikation zu. Normalerweise gibt es immer 4 Qualifikationsläufe, bei der jeder Fahrer 2 mal auf jeder Bahn fahren darf. Hierraus wird dann die beste Zeit gewertet. Mit Zeit ist hier übrigens nur die tatsächliche Fahrtzeit gemeint. Also die Zeit die ein Fahrer vom verlassen der Startlichtschranke bis zum überqueren der Ziellinie benötigt. Diese Zeit nennt man ELAPSED TIME oder kurz auch ET. Während der Qualifikation spielen Reaktionszeit (REACTION TIME oder kurz RT) und RED LIGHT keine Rolle, diese Faktoren kommen erst im Rennen hinzu. RT und RED LIGHT werden im Bereich DIE STARTAMPEL ausführlich beschrieben. Nach der Qualifikation haben wir nun also 10 verschiedene Zeiten, von denen die 8 Besten ins Rennen kommen. Die Zeit, die an erster Stelle steht, nennt man TOP QUALIFIER (TQ) und die Zeit, die auf dem letzten Platz gelandet ist, nennt man BUMPSPOT. In Klassen, in denen das Leistungsniveau der Fahrzeuge und Fahrer sehr dicht bei einander liegt, beträgt die Differenz zwischen TQ und BUMPSPOT oft nur wenige Zehntel oder sogar nur einige Hundertstel Sekunden. Sollte es einmal dazu kommen, dass zwei Fahrer exakt die gleiche ET fahren, bekommt der Starter mit der schnelleren Endgeschwindigkeit den besseren Qualifikationsplatz.

 

Nun zum eigentlichen Rennen. Wer hier gegen wen fährt, wird nicht einfach wahllos festgelegt. Die Paarungen ergeben sich aus der Qualifikation. Im Klartext bedeutet dies, dass der Schnellste gegen den Langsamsten fährt, der Zweitschnellste gegen den Zweitlangsamsten, ......und so weiter. In unserem Beispiel wäre das also Platz 1 gegen 8, 2 gegen 7, 3 gegen 6 und 4 gegen 5. Aus diesem Umstand erschließt sich auch warum es sich lohnt, schon in der Qualifikation einen der oberen Plätze anzustreben. Denn - vorrausgesetzt ich schaffe es TOP QALIFIER zu werden - dann bekomme ich in der ersten Rennrunde einen Gegner, dessen bester Lauf sozusagen immer noch "8 mal langsamer" war als meiner. Wenn ich also weiterhin konstant fahre und während des Laufes die Technik mitspielt, ist ein Sieg zumindest nicht unwahrscheinlich. Die folgenden Paare haben es da schon schwieriger, da sich die Leistungen ja immer weiter annähern.

 

Die Qualifikationszeiten haben - zumindest in der ersten Rennrunde - auch noch Einfluss darauf, wer auf welcher Bahn startet. In jeder Paarung darf sich nämlich der Fahrer, mit der besten Zeit, die Bahn aussuchen. Das nennt man dann LANE CHOICE. Es gibt durchaus Strecken, auf denen eine Bahn besser oder schlechter als die jeweils andere ist und die Wahl der "richtigen" Bahn somit einen positiven Einfluß auf das Rennergebnis haben kann.

 

Das Rennen selbst ist dann relativ schnell erklärt. Derjenige, der in einer Paarung die schnellere Zeit gefahren ist, kommt eine Runde weiter, bis nur noch einer übrig ist. Diesen Vorgang nennt man dann ELIMINATIONS. Die einzigen Ausnahmen hiervon sind, wenn ein Fahrer ein Rotlicht produziert - also zu früh startet - oder wenn beide zu früh starten. In beiden Fällen bedeutet das (die) Rotlicht(er) das Rennende. Außerdem ist während des Laufs darauf zu achten, dass das Fahrzeug auf der eigenen Bahn bleibt und man nicht über die Mittellinie fährt. Das würde ebenfalls zur Disqualifikation führen. In so einem Fall spricht man von CROSSING THE CENTERLINE. Während der ELIMINATIONS liegt die LANE CHOICE bei demjenigen, der die jeweils bessere Zeit in der vorrangegangenen Runde gefahren ist. Mit Zeit ist hier dann aber - anders als während der Qualifikation - die Gesamtzeit inklusive der RT gemeint.

 

Um das eben Beschriebene etwas besser nachvollziehen zu können, habe ich unten eine Skizze eingefügt, die den Rennablauf sowie den Einfluß der Qualifikationszeiten auf die Paarungen darstellt. Ein solches Schema wird auch LADDER oder FLOW CHART genannt. Einfach draufklicken, dann vergrößert es sich.

In unserem Beispiel haben wir ja eine gerade Anzahl von Startern. Somit ist es in jedem Lauf möglich, 2 Fahrer gegeneinander antreten zu lassen. Wenn ein Fahrer aufgrund einer ungeraden Teilnehmeranzahl alleine starten muß, so nennt man das BYE RUN. Es gibt für verschiedene Teilnehmerzahlen passende FLOW CHARTS, die der Veranstalter festlegt.

 

INDEX, BRACKET & JUNIOR DRAGSTER:  Im vorrangegangenen Abschnitt habe ich die klassische Variante eines Beschleunigungsrennens etwas näher erläutert: Mann gegen Mann und der schnellere gewinnt. Es gibt aber noch zwei weitere Arten, sich auf einem Sand Dragstrip zu duellieren. Welche das sind, werde ich jetzt etwas näher erläutern.

 

Will man in den HEADS UP Klassen mitfahren, muß man sich zwangsläufig an dem Niveau orientieren, dass in der jeweiligen Kategorie herrscht. Es wird so schnell gefahren, wie es nur irgendwie möglich ist und das geht zumeist sehr ins Geld - Leistung kostet nun mal. Wenn man also selbst nur durchschnittlich betucht ist oder keine potenten Sponsoren mit im Boot hat, wird man in so einer Klasse nicht glücklich werden. Das bedeutet aber nicht, dass man den Traum vom Dragster fahren begraben muß. Die Lösung heißt INDEX- oder BRACKET RACING. Hinter diesen Begriffen steht die Idee der Kostenbegrenzung und Chancengleichheit der Starter.

 

Grundsätzlich sind die Regeln und Abläufe in diesen Klassen die selben wie bei den HEADS UP Klassen. Der entscheidende Unterschied ist aber der, dass hier nach festgesetzten oder aber auch nach frei wählbaren Zeiten gefahren wird. Wann welche Regelung zutrifft kommt immer auf die jeweilige Klasse an.

 

Das bedeutet wenn eine Klasse mit einer fest vorgegebenen Zeit (die Zeit nennt man auch INDEX) ihre Rennen ausfährt, kommt immer der jenige weiter, der am nächsten an diesen INDEX heranfährt. Hierbei darf dieser aber immer nur unterboten und niemals überboten werden. Hierzu ein Beispiel. Wir befinden uns in einer Klasse, in der es gilt einen INDEX von 3,50 Sekunden zu erreichen. Fahrer A hat eine ET von 3,48 Sekunden und eine RT von 0,2 Sekunden - das macht insgesamt 3,68 Sekunden. Fahrer B hat eine ET von 3,51 Sekunden und eine RT von 0,04 Sekunden - macht zusammen 3,55 Sekunden. Fahrer B hat also gewonnen, da seine Zeit näher am 3,50 INDEX ist. In der Qualifikation gilt das gleiche Prinzip - je näher am INDEX, umso besser die Qualifikation. Hier zählt dann allerdings nur die ET. In unserem Beispiel hätte es Fahrer A mit seiner Zeit also gar nicht erst ins Feld geschafft, da Er 0,02 Sekunden zu schnell gewesen wäre. Das nennt man dann BREAK OUT.

 

Das BRACKET RACING funktioniert prinzipiell ganz genau so, nur das hier die Zeiten - je nach individuellem Leistungsvermögen von Fahrzeug und Fahrer - frei gewählt werden dürfen. Diese Zeiten nennt man dann DIAL IN. In den BRACKET Klassen wird an der Startampel der so genannte HANDICAP START vollzogen. Wie der genau abläuft, findet ihr im Abschnitt DIE STARTAMPEL.

 

Die JUNIOR DRAGSTER sind für Fahrer von 8 - 16 Jahren gedacht. Diese Klassen fahren ihre Rennen nach dem Prinzip des BRACKET RACING. In der Qualifikation gibt es hier eine Besonderheit, die in keiner anderen Klasse zu finden ist. Normalerweise wird ja nur die ET gewertet und die RT spielt keine Rolle. Bei den JUNIOR DRAGSTERN ist es aber genau andersrum. Sie qualifizieren sich ausschließlich über die RT.

 

KLASSEN:  Dieser Abschnitt ist relativ schnell abgehandelt, da es kein definitives Regelwerk und keine Motorsportbehörde gibt, die vorschreibt, welche Klassen es denn bitteschön zu geben hat und wie die Fahrzeuge beschaffen sein müssen. Egal was Du an die Ampel bringst - es wird eine Klasse geben, in der Du antreten kannst. Es gibt zwar gewisse Richtlinien, an die sich jeder zumindest in etwa zu halten hat aber selbst die variieren von Strecke zu Strecke ein wenig. Als ich das zum ersten mal hörte, konnte ich es kaum glauben denn als Deutscher bin ich es gewohnt, dass es Regeln für alles gibt. Aber genau dieses freie Denken, was Klassen und Fahrzeuge angeht, ist das fantastische an diesem Sport. Dadurch sind der technischen Innovation und Kreativität kaum Grenzen gesetzt und auf einem Sand Dragstrip gibt es ein eine extrem breite Palette antretender Fahrzeuge. Auf einem einzigen Sand Drag Race wird man sowohl klassische Dragster als auch Funny Cars & Jeeps, Motorräder, Quads und Trikes sehen können. Wahlweise mit 2- oder 4- takt Motor, Benzin-, Methanol- oder Nitrobefeuert. Hierzu empfehle ich auch mal einen Blick in den MEDIA Bereich. Ein Grund für diesen lockeren Umgang mit den Regeln ist sicherlich, dass es so etwas wie eine landesweite Meisterschaft nicht gibt und ein allgemein gültiges, straffes Regelwerk, von daher ganz einfach nicht notwendig ist. Die Rennen sind zumeist regionale Events und die Fahrer stellen sich aufeinander ein. Damit geht natürlich auch eine Menge Vertrauen und Verantwortung einher, es hat sich aber erstaunlich gut bewährt.

 

Weitere Themen:

 

BACK IN THE DAYS

DER SAND DRAGSTRIP

DIE STARTAMPEL

DIE REIFEN

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